Der Klöntalersee im November.
Spieglein, Spieglein an der Wand … Ganz offensichtlich erfreuen sich Menschen am eignen Abbild.
Wenn ein Lichtstrahl in einem Winkel auf eine Oberfläche trifft, wird er in jedem Fall reflektiert. Der Einfallswinkel (𝛼) entspricht dem Reflexionswinkel (𝛼’). Mit andern Worten Einfallswinkel = Ausfallswinkel
Im Bodenbelag reflektiert das Sonnenlicht an der Fassade rechts. Darin ist auch eine Spiegelung des grünen Parks zu entdecken.
Das Sonnenlicht wird kreisförmig an den beiden Glasfassade reflektiert. Es handelt sich hier um eine Reflexion, nicht um eine Spiegelung.

Die parallel einfallenden Lichtstrahlen, werden durch eine unregelmässige Oberfläche in unterschiedlichem Winkel reflektiert, was zu einer diffusen Lichtwirkung führt.
Les Vénètes, Arradon, Bretagne. Die Lichtstrahlen der Sonne werden durch den Wellengang gebrochen und diffus zurückgeworfen.
Wädenswil. Wasseroberflächen können sehr glatt, aber auch gekräuselt sein. Je nach Oberfläche entsteht eine gerichtete oder diffuse Reflexion.
Fassadenspiegelung in einer Autofront.
Die glatte Oberfläche des Spiegels gaukelt dem Hirn vor, dass ein Objekt in der verlängerten Achse des Blickwinkels liegt. 
Bilbao, Guggenheim-Museum. Die klassische Spiegelung ist Wasser. Weil nicht das ganze Licht reflektiert wird, scheint die Spiegelung immer eine Nuance dunkler als die reale Welt.
Bei welligem Wasser löst sich die Spiegelung in den Wellenformen auf. Zwischen der klaren (gerichteten) und diffusen Reflexion gibt es alle Zwischenstufen. Je deutlicher die Reflexion, desto eher sehen wir darin eine Spiegelung.
Die Spiegelung in Wellen nimmt fast immer eine abstrakte Form an. Die Unterscheidung zwischen Reflexion und Spiegelung ist hier nicht mehr möglich.
Hier spiegeln sich die Schilfrohre im wellenförmigen Wasser. Die Pflanzen sind zu erahnen. Es handelt sich um eine Spiegelung.
Wasservögel spiegeln sich auf flachem Wasser, zum Beispiel in einem Hafen. Der Haubentaucher ist im Spiegelbild klar zu erkennen.
Hüttnersee in der Abendstimmung. Kleine Seen in geschützten Lagen bilden gute Voraussetzungen für Spiegelungen. Wenn noch die Sonnenstimmung dazukommt ist das Motiv perfekt.
Der Klöntalersee zeigt sich im November gänzlich ohne Luftzug und Wellenbewegung. Der See spiegelt sich nahezu perfekt. Der Abfluss im Vordergrund ergänzt das reizende Motiv.
Saoseosee, Puschlav. Auch hier gehört die Spiegelung zum Hintergrundgestaltung, die das Motiv, den Felsbrocken, einrahmt.
Das Geäst rund ums Foto rahmen den spiegelnden Bergsee ein. Im Fachjargon Framing genannt. Der Fensterblick betont die Szenerie.
Olden, Norwegen. Norwegens weit verzweigte Fjorde sind (fernab der Kreuzfahrtrouten) meist wellenlos und bieten atemberaubende Spiegelungen. Dies auch deshalb, weil die Berge direkt ans Meer grenzen. Wenn die Landschaft über dem Wasserspiegel flach ist, fällt auch die Spiegelung weniger auf.
Nochmals in Norwegen. Die Schwierigkeit ist oft die, dass man vom Wasser her Richtung Ufer fotografieren möchte, um die Spiegelung einzufangen. Schmale Buchten oder auch Stege sind dafür gut geeignet.
An breiten flachen Stränden hinterlässt das zurückfliessende Meer eine glatte und spiegelnde Oberfläche. Reizvoll, auch hier, ist natürlich der Sonnenuntergang.
Strassenpfützen sind oftmals ohne jegliche Wasserbewegung als Spiegel geeignet. Der hohe oder tiefe Kamerastandort ergibt ganz andere Fotos.
In einem Lost place liegen Wasserpfützen, in denen sich die Fensterrahmen spiegeln.
Maag-Halle, Zürich. Die sonnige Abendstimmung kontrastiert mit den blauen Schatten. 
Methanblasen auf dem Sihlsee. Die Spiegelung kann auch zum Hauptmotiv werden. Dazu braucht es etwas Mut, die Person stark zu beschneiden.
Vor der Oper Leipzig wurde ein betongefasster Teich errichtet. Er bildet in der blauen Stunde einen reizvollen Spiegel.
Oper Leipzig. Ich habe hier auf eine exakte symmetrische Kameraaufstellung geachtet.
Die Sächsische Aufbaubank in Leipzig besitzt ein Forum mit einer Säulenallee aus 159 Säulen. Ein knöcheltiefer Tümpel bildet allerlei spiegelnde Perspektiven.
Opernhaus Zürich, Sechseläutenplatz. Eine auf den gepflästerten Platz gelegte durchsichtige Plexiglasplatte 50 x 70 cm bildet die spiegelnde Grundlage dieser Aufnahme. Die Kamera liegt direkt darauf.
Gebäude der Swiss Re in Zürich. Die wellenförmige Fassade lädt zu experimentellen Spiegelungen ein.
Ein paar Badegäste tummeln sich an der Maggia. Sie ahnen nicht, dass ihnen gegenüber der Maggiageist lauert …
Einen Ausschnitt näher entpuppt sich der Fels im Wasser als …
… Maggiageist.
St. Gallen. Unter einem Vordach vor Regen geschützt lassen sich die spiegelnden Fassaden gegenüber perfekt ablichten.
St. Gallen, gleicher Ort. Hier habe ich in Photoshop mit dem Filter Bewegungsunschärfe dem Foto zu zusätzlicher vertikaler Dynamik verholfen.
Sihlcity, Weihnachten. Der nasse und nächtliche Grund reflektiert die Weihnachtsbeleuchtung.
Die regennasse Strasse spiegelt die Weihnachtsbeleuchtung an der Zugerstrasse in Wädenswil.

Sihlsee. Die Brücke führt das Auge von rechts ins Bild hinein. Die Spiegelachse liegt unterhalb der Mitte.
Aabachtobelbrücke, Wädenswil. Direkt unter den Brücken führt die Komposition zu einer vertikalen Bildteilung. Mehrere Linien führen perspektivisch von unten und oben in das Bild hinein.
Bilbao. Durch den Brückenschwung entsteht eine ovale Form, die das Ensemble durchdringt. Das Bild lebt von kontrastierenden Blau- und Gelbtönen.
Guggenheim-Museum, Bilbao. Eine symmetrische Komposition. Die Spiegelachse liegt in der Mitte und die Brücke führt diagonal direkt in die Bildmitte.
Lichtfestival Luzern. Die farbige Illuminierung einer Hafenanlage zeigt schöne Lichtreflexionen, hingegen keine Spiegelungen.
Nordnorwegen. Hier verschmilzt die Grenze zwischen Reflexion und Spiegelung.
Lodge in Uganda. Ein Swimmingpool ist immer gut für eine Spiegelung in der Nacht.
Ein runder Spiegel, der vor einen Wandschrankspiegel gehalten wird, erzeugt endlose Spiegelungen.

Infos und Bestellungen über den Webshop: www.fotografie-fuer-dich.ch im Buchhandel oder direkt bei Foto-Tevy, Wädenswil