Libellen fotografieren


Libellen fotografieren

Libellen sind geheimnisvolle Flugkünstler, die an stillen Gewässern überall zu finden sind. Mit diesen Tipps gelingen die Fotos.

Die Blauflügel-Prachtlibelle kommt wie der Spatz bei den Vögeln häufig vor.

Empfohlene Ausrüstung

Lebensraum

Herangehensweise

Verhalten der Libellen

Gebänderte Prachtlibelle
Blauflügel-Prachtlibelle
Zweigestreifte Quelljungfer
Das Männchen findet beim Weibchen hinter dem Kopf so eine Art Schloss, wo es den Hinterleib einklinken kann.
Das Weibchen biegt dann ihren Hinterleib zum Männchen an die Brust, wo der Samenbeutel liegt. Die beiden Körper bilden bei der Paarung ein Herz, wie schön!
Bei der gebänderten Prachtlibelle sieht man hier den Unterschied von Männchen und Weibchen.
Die Libelle sitzt mit der Beute im Maul auf dem Blatt.
Von oben greift eine andere Libelle an, um an das Futter zu kommen.

Bildgestaltung

Bei diesem Foto ist die Unschärfe im Hintergrund zu wenig verschwommen. Dieses Foto ist nicht zugeschnitten. Es zeigt die Abbildungsgrösse der Libellen auf dem Vollformatsensor.
Die Grosse Königslibelle bei der Eiablage im Wasser. Die Perspektive von oben nach unten ergibt fast nie ein schönes Bokeh. Leider weist die Libelle Schäden an den Flügeln auf.
Ganz anders sieht das gleiche Motiv aus, wenn die Kamera über der Wasserlinie gehalten wird. Was für ein Unterschied!

Die Bildgestaltung geschieht nicht einfach so. Als Fotograf bin ich darauf aus, mit den Linien, den Farben, dem Licht und dem Kontrast eine bestimmte gestalterische Komposition zu erreichen.

Bei gebogenen Wasserpflanzenblättern entsteht eine perfekte Linienführung. Bei diesem Bild sind die Bögen des Körpers und des Blattes gegenläufig. Zudem spreizt die Libelle die Flügel – genau diesen Moment zu erwischen, erfordert Konzentration und Hingabe.
Bei der Blauflügel-Prachtlibelle ist der Schatten auf dem Blatt sichtbar.
Die Blätter bilden einen Kontrast zum bläulich-unscharfen Hintergrund.
Bei der Prachtlibelle sind die Flügel durchscheinend. Hier ist die Flügelstruktur im Schatten sichtbar.
Hier ist der Ausschnitt so gewählt, dass der Halm in der Bildmitte liegt.
Hier sind gleich vier Paare der blauen Federlibelle mit Fortpflanzung beschäftigt. Die Kleinlibellen sind nur etwa 4 cm gross.

Schärfentiefe und Bokeh

Kopf, Torso und Teile der Flügel liegen in der Schärfentiefe, der Hinterleib und der Flügel hinten sind bereits in der Unschärfe. Wer hier mehr Schärfe will, muss die Blende schliessen, er verliert aber auch ein bisschen vom schönen Bokeh.
Hier sieht man, wie wenig Schärfentiefe die Blende f 10 erreicht.

Verschlusszeit

Verschlusszeit 1/320 Sek.
Verschlusszeit 1/2000 Sek.
Verschlusszeit 1/5000 Sek.

ISO und Rauschverhalten

Im roten Menü wir die Voraufnahme aktiviert. 15 Bilder entsprechen einer halben Sekunde Vorlaufzeit.

Zuschneiden (Croppen)

Nachbearbeitung

Die senkrechte Linienführung des Kleinen Blaupfeils wird durch die querlaufenden Halme gestört. Ich entferne sie mit künstlicher Intelligenz – das Foto rechts ist eindeutig besser.

Faszinierende Wasserfälle – so gehts

Wasserfall auswählen

Eigentlich gibt’s fast keine Gemeinde in der Schweiz, die nicht mit einem Wasserfall aufwarten kann. Wer googelt: «Wasserfälle im Kanton Zug» bekommt alle Wasserfälle in Text und Bild präsentiert. Ein paar Klicks weiter gelangst du zum Fall deiner Wahl, mit Standort, Zugang, ÖV und Parkplatz. 

Welche Wasserfälle sind am fotogensten? Es sind jene, die überraschende Sichtweisen und Möglichkeiten bieten. Eine imposante Grösse, Fallhöhe oder Wassermenge kann das Foto natürlich entscheidend beeinflussen, gleich wichtig ist jedoch die Zugänglichkeit. Wenn ich mit Gummistiefeln ins abfliessende Wasser steigen kann, um die richtige Kameraposition zu erlangen, ist das vorteilhafter, als wenn ich vom Weg her oder von einem fixen Aussichtspunkt fotografieren muss. Oder wenn der Zugang nur mit einer extremen körperlichen Anstrengung möglich ist. Oder der Wasserfall fast unerreichbar weit weg ist. An Wasserfällen ist nicht allein ihre Wassermenge interessant, vielmehr ist es ihre Lage in der Umgebung. Ob das Wasser vor blauem Himmel heruntertost oder in einer schmalen grünen Schlucht, ob er sich verästelt präsentiert oder in einem dicken Stahl, all dies macht die Faszination Wasserfall aus.

Bi de sibe Brünne, Quelle der Simme, Lenk. Bei bewölktem Himmel fotografiert.
Reichenbach-Fälle, Meiringen. Hier zeigt sich ein Schattenbild, die Sonne steht links hinten. Das Wasser im Schatten nimmt eine blaue Tönung an.
Geltenschuss oberhalb von Lauenen (Gstaad)

Der ideale Wasserfall ist für mich also der, an den ich mich jederzeit gefahrlos und ungestört begeben kann, um zu fotografieren. Wasserfälle gibt’s in der Schweiz genug, nicht alle sind jedoch leicht zugänglich. Als Fotograf möchte ich lieber fotografieren und weniger bergsteigen/wandern/kraxeln, um zu fotografieren. Oft sind dies gerade die kleineren und versteckten Orte, die unberührten grünen Oasen gleichen und die Poesie ausströmen. Das enge Tobel, die grün vermoosten Steine im Bachbett oder die umliegenden Bäume sind für die Umgebung in der Bildgestaltung wichtig. 

Ich rekognosziere versteckte und kleinere Wasserfälle ohne Kamera, um die Situation vor Ort kennenzulernen. Führt ein Weg hin? Ist die Umgebung feucht und rutschig? Um welche Zeit und in welchem Winkel scheint die Sonne auf die Szenerie? Ist der abfliessende Bach überquerbar? Welche Ausrüstung wie Objektive, Regenkleidung, Stativ brauche ich? Führt der Wasserfall genügend Wasser? 

Ich beschreibe hier vor allem «richtige» Wasserfälle wo Wasser freifliegend herunterstürzt. Das Fotografieren kann auch auf Wasserläufe in Bächen umgesetzt werden, wo es kaskadenartige über Steine herunterfliesst.

Die ideale Jahreszeit gibt es nicht. Im Frühling kontrastieren das hellgrüne Laub und die erblühende Vegetation mit dem Gestein. Im Sommer ist vielleicht die Lichtsituation besser. Generell ist es besser, kurz nach einer Niederschlagszeit hinzugehen, dann führen die Bäche mehr Wasser.

Die Sicherheit geniesst bei mir hohe Priorität. Da ich allein unterwegs bin, trage ich das Handy generell auf dem Körper, in der Hose oder in der Jacke und niemals im Fotorucksack. Ich stecke in festen wasserdichten Wanderschuhen und habe Ersatzkleidung bei mir, falls ich nass werde. Am Wasser bewege ich mich langsam oder ich fotografiere – niemals beides zusammen. Das ausgefahrene Stativ benütze ich zuweilen als Gleichgewichtshilfe im Untergrund oder Bachbett. Ich erkunde den Fall zuerst ohne Material, dann deponiere ich den Fotorucksack an einer geschützten Stelle in der Nähe, die nicht nass ist. Zum Fotografieren montiere ich die Kamera auf das Stativ und nehme nur das Notwendigste mit, zum Beispiel Reinigungstücher, um die Spritzer vom Objektiv zu wischen. Bei Bächen sind auch Gummistiefel angezeigt. Damit kann ich die Bäche problemlos durchwaten und das Stativ mitten im Wasser aufstellen, um die optimale Position zu erreichen.

Mühlibach-Wasserfall, Finstersee ZG. Bei kleinen Wasserfällen kannst du mit Gummistiefeln ins Wasser stehen, um die optimale Position zu finden

Kameraposition

Wasserfälle fallen immer vor einem steilen (Fels-)Grund, der fast nie in die Unschärfe gelegt werden kann. So fotografiere ich Wasserfälle entweder frontal von vorn oder leicht seitlich. Aus meiner Sicht fast die bessere Perspektive bietet sich, wenn ich ganz an den Felsen gelangen und den Fall von der Seite her erwischen kann. Meistens ist es in diesem Milieu sehr rutschig, nass und gefährlich. 

Fliessendes Wasser fotografieren

Die Bewegung des Wassers fotografierst du mit einer angepassten Belichtungszeit. Am besten stellst du den Kameramodus auf T (Tv). Das ist die Automatik, bei der die Zeit vorgewählt wird und sich im Belichtungsdreieck die Blende und/oder die ISO-Zahl anpassen. Ich selbst fotografiere auch gern im Modus M (manuell), in dem ich alle Parameter manuell einstelle. Denn die gewählte Blende sorgt bekanntlich für Schärfentiefe. Wenn ich nah (fünf bis zehn Meter) am Wasserfall dran bin, sorgt eine offene Blende von beispielsweise f2.8 für Unschärfen im Vorder- oder Hintergrund. Blende f8 oder kleiner sorgt für Schärfe von vorn bis hinten. Wenn ich jedoch den Wasserfall von Ferne fotografiere, reicht eine Blende f2.8 für ausreichende Schärfentiefe. Ich investiere dann lieber in die Belichtungszeit oder eine tiefere ISO.

Wasserfluss verwischen

Je nach Fallhöhe, Wassermenge, Untergrund und Lichteinfall muss ich eine andere Belichtungszeit wählen, um das Wasser verwischt darzustellen. Stell dir die Frage, ob du das spritzende Wasser in jedem Detail abbilden möchtest oder ob es verwischt dargestellt werden soll. Im ersten Fall arbeitest du mit einer kurzen Belichtungszeit (1/500 bis 1/2000 Sek.). Im andern Fall musst du mit ein paar Versuchen der Belichtungszeit den Wasserfluss verwischen. Ab etwa 1/30 Sek. wird der Wasserfluss sichtbar, bei 2 Sek. sind nur noch weisse Streifen sichtbar. Bei 1/8 Sekunde haben wir eine Zwischenlösung, da sind einzelne Wasserstreifen sichtbar. Aber Achtung: Bei solchen Belichtungszeiten ist eine ruhige Hand und noch besser ein Bildstabilisator nötig, um Verwackelungen zu vermeiden. Eine längere Belichtungszeit bringt keine besseren Resultate. In diesem Bereich wird sich die Belichtungszeit abspielen. Nun ist es aber je nach Helligkeit der Szene schwierig im Tageslicht eine Belichtungszeit von 2 Sekunden zu erreichen. Ich nehme deshalb immer einen leichten Graufilter mit, der Licht wegnimmt und eine grössere Flexibilität in der Belichtungszeit ermöglicht. Dazu gehören selbstverständlich ein normales Dreibeinstativ, welches ich ins Wasser stellen kann.

Die Belichtungszeit steuert das Aussehen des fliessenden Wassers. Links 1/320 Sek., rechts 0,5 Sek.

Bildgestaltung

Das fliessende Wasser kommt richtig zur Geltung, wenn im Bild knackescharfe Elemente sichtbar sind, die dazu kontrastieren. Bewegtes Wasser, welches über bemooste Steine spritzt: perfekt. Manchmal ist die Zugänglichkeit unter den Wasserfall schwierig. Seitlich nass und glitschig und vorn tiefere Tümpel. Aber von unten durch den Fall hindurchzufotografieren, ist auch ganz speziell. Ich bin auch Fan der seitlichen Ansicht, wo der Schwung des Falls sehr gut zur Geltung kommt. In der Nähe des Falls ist es sehr feucht und die Luft voller Wassertröpfchen, die sich an der Kamera und am Objektiv niederschlagen. Nur in diese Nasszone gehen, wenn du über eine spritzwasserfeste Kamera verfügst!

Ich fotografier gerne in dieser Landschaftsumgebung auch Details wie moosbewachsene Steine, Farne oder Bärlauchblüten.

Reichenbachfälle bei Brienz. Ein Wanderweg führt unter dem Wasserfall durch.

Das Umgebungsgelände

Kleine Wasserfälle sind in allen Seitentälern oder bewaldeten Schluchten anzutreffen. Die Platzverhältnisse sind dabei eher eng, links und rechts geht’s steil hoch. Gestalterisch gesehen haben wir den Wasserfall in der Vertikalen, der in einem landschaftlichen V eingebettet ist. Felsbrocken oder der Wasserlauf bilden weitere Akzente.

Seerenbachfälle, Walensee. Das felsige Gelände schafft die perfekte Szenerie für den Kontrast mit dem filigranen Wasser.
Das Wasserfallbild gliedert sich mit Flächen und grossen Linien, die durch das Bild laufen.
Kilchberger Giessen (BL): Die überhängende Felswand scheint auf den Fall zu drücken. Es wird eine bildprägende Diagonale sichtbar.
Seerenbachfälle Weesen. Das Foto lebt vom Farbkontrast und vom Kontrast Fels-Wasser.

Detailansichten

Wasserfälle bestehen aus dynamischem, farblosem Wasser und statischem, farbigem Grund. Die beiden Protagonisten kann ich in Szene setzen, um den Blick der Betrachter auf Details zu richten.

Eine Detailansicht, welche die umspülten Steine zum Motiv machen. Es lebt vom Kontrast weich-hart. Belichtungszeit: 0,6 Sek.
Der Stein ist das Motiv, nicht das Wasser. Belichtungszeit: 1/10 Sek.
Wasserfall Foroglio, Valle Maggia. Das Auftreffen das Wassers auf den Felsen als Motiv.
Wasserfall Foroglio, Valle Maggia. Ganz oben, bevor das Wasser nach unten stürzt, befinden sich Gletschermühlen.

Lichtführung

Das Wasser bekanntlich senkrecht nach unten stürzt, ist der Sonnenstand am Himmel oben für das Foto wichtig. Einfacher für die Belichtung, wenn das Wasserfall selbst im Schatten liegt. Dann ist der Helligkeitskontrast vom weissen Wasser zum dunklen Hintergrund nicht so gross. Wenn das Wasser in der prallen Sonne liegt, muss ich das Foto unterbelichten, sonst werden die hellsten Stellen des Wassers weiss ausgefressen. Nett sich auch Lichtsprengsel, die einzelne Lichtinseln erzeugen. Wenn die Sonne oben durch das Geäst scheint, sind sogar Sonnensterne möglich.

Giessbachfall, Wädenswil. Links ist die Lichterzeichnung im Wasser weiss ausgefressen. In der Mitte wurde das Foto unterbelichtet, um die Lichterzeichnung im Wasser in der Nachbearbeitung (rechts) nicht zu verlieren.

Objektiv

Das Objektiv hängt von der Distanz zum Wasserfall ab. Wenn sie huntert oder mehr Meter beträgt, reicht ein Normalobjektiv oder sogar ein Tele. Wenn ich bei einem kleinen Zehn-Meter-Fall in der Gemeinde fotografiere, bevorzuge ich das Weitwinkelzoom 15–35 mm. Wenn man ein Weitwinkel nach oben neigt, ergibt sich ein starker Verzug in der Perspektive. Das bedeutet, dass zum Beispiel Bäume am linken und rechten Rand oben nach der Bildmitte kippen.

Kreativ fotografieren

Bei langen Belichtungszeiten von etwa 1 Sek. gelingen mit bewegter Kamera kreative Fotos.

Mühlibach-Wasserfall bei Finstersee. Kreative Fotografie mit langer Belichtungszeit und einer Kameradrehung.

Nachbearbeitung

Zu guter Letzt folgt die Nachbearbeitung zuhause am Computer. Gute Naturbilder in einer hohen Kontrastumgebung sind ohne Nachbearbeitung fast nicht zu haben. Ein Vorher-Nachher-Beispiel, um aufzuzeigen, was die Nachbearbeitung zusätzlich an Bildqualität leistet.

Als erstes helle ich den Wasservorhang mit einer Pinselmaske leicht auf. Das Wasser hat oft durch das einfallende Licht einen Grünstich. Ich regle den Farbton des Wassers etwas mehr Richtung Blau. Damit wirkt das Wasser frisch und rein.

Die Farbgebung von Naturaufnahmen ist geprägt von Natürlichkeit oder gewissen Vorlieben wie die Entsättigung oder ein bestimmter Farbstich, der mit verschiedenen Techniken erreicht werden kann. 

Sibe Brünne, die Quelle der Simme, stürzt sich als Wasserfall aus dem Grund. Das Foto ist tonig und entsättigt in Lightroom aufbereitet.

Die Lichtführung vermag wie beim Bühnentheater das Auge aufs Motiv zu lenken. Die Vignettierung ist fotografisch so eine Art Lichtspotsetzung. 

Wasserfall bei Foroglio, Val Bavona. Die Ränder sind abgedunkelt, in der Mitte liegt ein Lichtspot, der als Radialfilter in Lightroom aufgesetzt wurde. Auch hier ist das Bild farblich kreativ umgesetzt.

Schwarz-Weiss-Umsetzungen oder entsättigte Fotos sind ebenfalls ins Auge zu fassen.

Wasserfall bei Bignasco, Valle Maggia. Die Schwarz-Weiss-Umsetzung bietet attraktive Möglichkeiten, wie hier die Low-Key-Bearbeitung.
Wasserfall bei Foroglio, Val Bavona. Hier ist der ganze Fall zu sehen, die Wolkenstimmung habe ich in Lightroom/Potoshop dramatisiert.
Wasserfall im Valle Maggia. Im Modus Low-Key wirkt das Foto kraftvoll, unheimlich und düster.
Der gleiche Wasserfall, aber im High-Key-Modus. Die Bildwirkung ist sanft und poetisch.
Mühlibach-Wasserfall bei Finstersee. Mit wenig Photoshop-Kenntnissen und ganz ohne KI kann eine Nachtaufnahme entstehen.

Der Mühlibach-Wasserfall von Finstersee

In der Umgebung meines Wohnortes Wädenswil liegt am Fuss des Gottschalkenbergs das kleine Dorf Finstersee. Auf der Strasse Richtung Gottschalkenberg deutet linkerhand ein Holzschild mit der Aufschrift «Wasserfall» steil hinunter. Ich folge dem Weglein und bin in wenigen Minuten im Tobel des Mühlibachs. Von weiten schon macht sich der Wasserfall geräuschvoll bemerkbar. Über ein Holzbrücklein, dann öffnet sich der Blick hinauf zum Fall. Er stürzt sich mit mässig Wasser etwa zehn Meter über eine Felsklippe in eine malerische Kulisse von moosgrünen und runden Steinblöcken. Der Bach schlängelt sich plätschernd durchs schattige Tobel hinunter in die Sihl. Eine verlassene Feuerstelle mit leerem Holzständer, ein Pickel und eine Axt, sonst ist hier kein Lebenszeichen auszumachen. Ich ziehe meine Gummistiefel über und steche vorsichtig ins Wasser. Ich setze die Kaskaden des Baches in den Vordergrund, wo das Wasser schäumend in meine Richtung fliesset. Damit erreiche ich Bewegungsdynamik. Im Hochformat gelingen eher Aufnahmen, die den Wasserfall herausarbeiten, ohne viel ablenkendes Umfeld. Da der Wasserfall nicht so mächtig ist, kann ich den Bach gefahrlos betreten. Nach rund zwei Stunden habe ich die Szene erschöpfend fotografiert, packe meine Sachen zusammen und verlasse den magischen Ort.

In Mailand Architektur fotografieren

In Mailand Architektur fotografieren

Die Wahl der Kameraausrüstung

Dom und Galleria Vittorio Emanuele II

Der Mailänder Dom ist das unbestrittene Zentrum Mailands. In der Hochsaison ist wegen der internationalen Touristenflut abzuraten.
Aussicht vom Dach des Doms auf die Skyline von Mailand.
Bosco Verticale, 110 und 80 Meter hoch, fertiggestellt 2013, Architekt Boeri Studio.

Gestalten mit Bokeh

Das Bild wirkt unruhig und zu detailreich. Es fehlt ihm die prägnante Figur, Das Auge wandert durch das Foto und erkennt nicht sofort, was damit ausgedrückt werden soll. Es ist nicht klar, ob der der blaue Starter, die Startlinie oder die Motocrossfahrer die zentrale Aussage bilden.

Fondation Beyeler, Riehen. Im linken Foto wirkt das Gesetz der Prägnanz, aber weniger stark, weil sechs Figuren und Spiegelungen eher verwirren. Rechts ist eine ähnliche Situation, in der man die Spiegelung ganz einfach dekodieren kann. Das Bild rechts funktioniert schneller – es ist nicht automatisch das bessere Foto.
Das Foto besitzt eine dominante Figur (die beiden Sportler), der Hintergrund ist verschwommen. Man erkennt sofort das Tempo der Motocrosser. Die Unschärfe im Hintergrund sorgt für eine schnelle Dekodierung.

Das Figur-Grund-Gesetz

Das Figur-Grund-Gesetz ist in dieser Darstellung verdeutlicht. Wir erkennen sofort, was vorn und was hinten ist.
Das Pferd wird durch das wuselige Umfeld nahezu unsichtbar gemacht. Die Figur und der Hintergrund sind nicht mehr klar erkennbar. Man muss sich erst mit dem Bild beschäftigen, um das Porträt zu erkennen.
Wenn der Hintergrund einfach und ohne Details gehalten ist, ist das Porträt deutlich schneller wahrnehmbar. Mit anderen Worten: der Hintergrund ist im Wesentlichen dafür verantwortlich, ob wir das Bild schnell wahrnehmen oder erst mühsam entschlüsseln müssen.
Beim Originalfoto links ist der Hintergrund sehr unruhig. Mit einer Maske in der Nachbearbeitung kann das Motiv und der Hintergrund besser voneinander abgesetzt werden. In der Mitte habe ich die Helligkeit verändert, rechts ist der Hintergrund toniger.
Links steht die Figur zu dicht am Hintergrund. Auch bei offener Blende ist die Chance klein, ein deutliches Bokeh zu erhalten. Rechts wurde die Unschärfe in der Nachbearbeitung erzielt. Die Figur setzt sich deutlicher vom Grund ab.
Links: Die Figur wurde hier aus dem Hintergrund herausgelöst (freigestellt), um sie zu verdeutlichen. Mitte: die freigestelle Figur kann nun mit einem beliebigen Hintergrund wie hier mit einer gelben Fläche kombiniert werden: Rechts: Auch die Figur kann im Nachhinein verändert werden: schwarz-weiss mit hohem Kontrast.

Bokeh

Unschärfen im Hintergrund können auch durch Nebel entstehen. Effektvoll bei Porträts ist, dass sich die Figur leicht vom Hintergrund absetzt.
In der Makrofotografie ist Bokeh eine beliebte Methode, das Motiv herauszuarbeiten. Der weiche Hintergrund erzeugt eine poetische Darstellung.
Der weichgezeichnete Hintergrund macht aus jedem Porträt etwas Besonderes.
Links: Die relativ offene Blende von f2.8 bis etwa f8 erzeugt ein eher grosses Bokeh mit geringer Schärfentiefe; geschlossene Blenden von 14 bis 25 (rechts) bringen kleinere Unschärfen. Dafür ist die Schärfentiefe grösser.
Hier liegt die Schärfenebene auf den Augen, die Kopfkontur und das Ohr rechts liegen bereits in der Unschärfe. Die offene Blende erzeugt im Hintergrund eine weiche Fläche, die perfekt zum Baby passt.
Die Blendenwahl schafft einen Kompromiss zwischen Bokeh und Schärfentiefe. Eine ganz offene Blende fokussiert oft nur auf ein Auge, alles andere liegt in der Unschärfe. Dafür ist das Bokeh wunderschön.
Je nach verwendetem Objektiv und der Distanz der Figur zum Hintergrund wird das Bokeh unterschiedlich ausfallen. Hier war die Brennweite 50 mm im Einsatz bei Blende f4. Die Person ist überall scharf, dafür ist das Bokeh weniger ausgeprägt.
Bei diesem Porträt liegt die Unschärfe vor und hinter dem Motiv. Das Bokeh ist ein prägendes Gestaltungselement.
Wie entsteht nun ein Bokeh? In der folgenden Abbildung liegt ein Punkt B weiter weg als das Motiv der Gegenstandsebene. In der Optik liegt der Schärfepunkt vor der Schärfeebene, der Punkt B wird auf dem Sensor als unscharfe Fläche dargestellt (graues Oval).
Je weiter der Hintergrund (Punkt B) vom Motiv weg ist, desto grösser ist die Unschärfe. Wenn ich Personen direkt vor einer Mauer, einer Wand oder Fassade fotografiere, wird der Hintergrund immer eine Restschärfe aufweisen. Wenn ich möchte, dass die Unschärfe total ist, dann muss ich halt zwingend für Distanz vom Motiv zum Hintergrund sorgen.
Wer Blumen oder Pilze von oben nach unten fotografiert, kreiert nicht genügend Distanz vom Motiv zum Hintergrund. Das Resultat rechts ist ein Motiv im unruhigen und relativ scharfen Umfeld.
Hier ist der Aufnahmewinkel flacher, die Kamera liegt näher am Motiv und der Hintergrund ist weiter weg. Resultat: Im Hintergrund tut sich eine schöne Unschärfe auf, die das Motiv freistellt.
Bei dieser Aufnahme liegt die Kamera direkt auf dem Waldboden, der Hintergrund ist mehrere Meter entfernt. Bei offener Blende ergibt sich eine wunderschöne Unschärfe, die das Motiv störungsfrei freistellt.
Bei einer kleinen Blendenöffnung wird der Hintergrund fast scharf abgebildet, es entstehen keine Zerstreukreise.
Hier ist zur Verdeutlichung die Blende offener, im Hintergrund bilden sich Zerstreukreise.
Zusammen mit einem bestimmten Bildstil sind Zerstreukreise immer ein Hingucker.
In der Nacht entstehen Lichtpunkte durch künstliche Lichtquellen. Hier eine Doppelbelichtung, einmal scharf, einmal bewusst manuell unscharf fokussiert.

Unschärfe im Vordergrund

Als letztes Thema erzähle ich von der Unschärfe, die im Vordergrund liegt. Sie entsteht immer, wenn ein Objekt direkt vor der Linse liegt. Wenn ich zum Beispiel Blätter direkt vor die Linse halte, werden diese unscharf abgebildet.

Die Schärfeebene zeigt einzelne Blüten scharf. Das ockerfarbene Bokeh im Hintergrund sorgt für die Absetzung des Motives nach hinten. Das Geäst oben sowie die unscharfen Blüten vorn sorgen mit der Unschärfe für einen Tiefeneffekt.
Ich lege die Kamera auf den Boden direkt vor ein paar Blüten und fokussiere auf ein Leberblümchen, das etwa 50 cm weit weg steht. Die Blüten vor der Linse tauchen in die Unschärfe.
Ralf Turtschi lebt als Fotograf, Designer und Publizist in Wädenswil. Er hat sich als Autor der Bildbände «Wädenswil sehen», «Fotografie für dich» und «Fotobuchbuch» einen Namen gemacht. Ausserdem sind zahlreiche Schriften und weitere Bücher zu typografischen Themen erschienen. Der Hobbyfotograf arbeitet mit zwei Canon EOS R5 Mark II und einem breiten Spektrum an Objektiven. Er führt immer wieder mal zusammen mit Foto-Tevy Seminare und Workshop durch. Kontakt: turtschi@agenturtschi.ch.
Ralf Turtschi; Fotografie für dich; 272 Seiten, Hardcover mit Klebebindung und rundem Rücken, mit über 750 Fotos und Abbildungen; Preis Fr. 40.– (exkl. Versand/Verpackung); Eigenverlag. Ein Fotolehrbuch mit Grundlagen für die Bildgestaltung.
 
Infos und Bestellungen über den Webshop: www.fotografie-fuer-dich.ch im Buchhandel oder direkt bei Foto-Tevy, Wädenswil

Spiegelung und Reflexion

Der Klöntalersee im November.
Spieglein, Spieglein an der Wand … Ganz offensichtlich erfreuen sich Menschen am eignen Abbild.
Wenn ein Lichtstrahl in einem Winkel auf eine Oberfläche trifft, wird er in jedem Fall reflektiert. Der Einfallswinkel (𝛼) entspricht dem Reflexionswinkel (𝛼’). Mit andern Worten Einfallswinkel = Ausfallswinkel
Im Bodenbelag reflektiert das Sonnenlicht an der Fassade rechts. Darin ist auch eine Spiegelung des grünen Parks zu entdecken.
Das Sonnenlicht wird kreisförmig an den beiden Glasfassade reflektiert. Es handelt sich hier um eine Reflexion, nicht um eine Spiegelung.

Die parallel einfallenden Lichtstrahlen, werden durch eine unregelmässige Oberfläche in unterschiedlichem Winkel reflektiert, was zu einer diffusen Lichtwirkung führt.
Les Vénètes, Arradon, Bretagne. Die Lichtstrahlen der Sonne werden durch den Wellengang gebrochen und diffus zurückgeworfen.
Wädenswil. Wasseroberflächen können sehr glatt, aber auch gekräuselt sein. Je nach Oberfläche entsteht eine gerichtete oder diffuse Reflexion.
Fassadenspiegelung in einer Autofront.
Die glatte Oberfläche des Spiegels gaukelt dem Hirn vor, dass ein Objekt in der verlängerten Achse des Blickwinkels liegt. 
Bilbao, Guggenheim-Museum. Die klassische Spiegelung ist Wasser. Weil nicht das ganze Licht reflektiert wird, scheint die Spiegelung immer eine Nuance dunkler als die reale Welt.
Bei welligem Wasser löst sich die Spiegelung in den Wellenformen auf. Zwischen der klaren (gerichteten) und diffusen Reflexion gibt es alle Zwischenstufen. Je deutlicher die Reflexion, desto eher sehen wir darin eine Spiegelung.
Die Spiegelung in Wellen nimmt fast immer eine abstrakte Form an. Die Unterscheidung zwischen Reflexion und Spiegelung ist hier nicht mehr möglich.
Hier spiegeln sich die Schilfrohre im wellenförmigen Wasser. Die Pflanzen sind zu erahnen. Es handelt sich um eine Spiegelung.
Wasservögel spiegeln sich auf flachem Wasser, zum Beispiel in einem Hafen. Der Haubentaucher ist im Spiegelbild klar zu erkennen.
Hüttnersee in der Abendstimmung. Kleine Seen in geschützten Lagen bilden gute Voraussetzungen für Spiegelungen. Wenn noch die Sonnenstimmung dazukommt ist das Motiv perfekt.
Der Klöntalersee zeigt sich im November gänzlich ohne Luftzug und Wellenbewegung. Der See spiegelt sich nahezu perfekt. Der Abfluss im Vordergrund ergänzt das reizende Motiv.
Saoseosee, Puschlav. Auch hier gehört die Spiegelung zum Hintergrundgestaltung, die das Motiv, den Felsbrocken, einrahmt.
Das Geäst rund ums Foto rahmen den spiegelnden Bergsee ein. Im Fachjargon Framing genannt. Der Fensterblick betont die Szenerie.
Olden, Norwegen. Norwegens weit verzweigte Fjorde sind (fernab der Kreuzfahrtrouten) meist wellenlos und bieten atemberaubende Spiegelungen. Dies auch deshalb, weil die Berge direkt ans Meer grenzen. Wenn die Landschaft über dem Wasserspiegel flach ist, fällt auch die Spiegelung weniger auf.
Nochmals in Norwegen. Die Schwierigkeit ist oft die, dass man vom Wasser her Richtung Ufer fotografieren möchte, um die Spiegelung einzufangen. Schmale Buchten oder auch Stege sind dafür gut geeignet.
An breiten flachen Stränden hinterlässt das zurückfliessende Meer eine glatte und spiegelnde Oberfläche. Reizvoll, auch hier, ist natürlich der Sonnenuntergang.
Strassenpfützen sind oftmals ohne jegliche Wasserbewegung als Spiegel geeignet. Der hohe oder tiefe Kamerastandort ergibt ganz andere Fotos.
In einem Lost place liegen Wasserpfützen, in denen sich die Fensterrahmen spiegeln.
Maag-Halle, Zürich. Die sonnige Abendstimmung kontrastiert mit den blauen Schatten. 
Methanblasen auf dem Sihlsee. Die Spiegelung kann auch zum Hauptmotiv werden. Dazu braucht es etwas Mut, die Person stark zu beschneiden.
Vor der Oper Leipzig wurde ein betongefasster Teich errichtet. Er bildet in der blauen Stunde einen reizvollen Spiegel.
Oper Leipzig. Ich habe hier auf eine exakte symmetrische Kameraaufstellung geachtet.
Die Sächsische Aufbaubank in Leipzig besitzt ein Forum mit einer Säulenallee aus 159 Säulen. Ein knöcheltiefer Tümpel bildet allerlei spiegelnde Perspektiven.
Opernhaus Zürich, Sechseläutenplatz. Eine auf den gepflästerten Platz gelegte durchsichtige Plexiglasplatte 50 x 70 cm bildet die spiegelnde Grundlage dieser Aufnahme. Die Kamera liegt direkt darauf.
Gebäude der Swiss Re in Zürich. Die wellenförmige Fassade lädt zu experimentellen Spiegelungen ein.
Ein paar Badegäste tummeln sich an der Maggia. Sie ahnen nicht, dass ihnen gegenüber der Maggiageist lauert …
Einen Ausschnitt näher entpuppt sich der Fels im Wasser als …
… Maggiageist.
St. Gallen. Unter einem Vordach vor Regen geschützt lassen sich die spiegelnden Fassaden gegenüber perfekt ablichten.
St. Gallen, gleicher Ort. Hier habe ich in Photoshop mit dem Filter Bewegungsunschärfe dem Foto zu zusätzlicher vertikaler Dynamik verholfen.
Sihlcity, Weihnachten. Der nasse und nächtliche Grund reflektiert die Weihnachtsbeleuchtung.
Die regennasse Strasse spiegelt die Weihnachtsbeleuchtung an der Zugerstrasse in Wädenswil.

Sihlsee. Die Brücke führt das Auge von rechts ins Bild hinein. Die Spiegelachse liegt unterhalb der Mitte.
Aabachtobelbrücke, Wädenswil. Direkt unter den Brücken führt die Komposition zu einer vertikalen Bildteilung. Mehrere Linien führen perspektivisch von unten und oben in das Bild hinein.
Bilbao. Durch den Brückenschwung entsteht eine ovale Form, die das Ensemble durchdringt. Das Bild lebt von kontrastierenden Blau- und Gelbtönen.
Guggenheim-Museum, Bilbao. Eine symmetrische Komposition. Die Spiegelachse liegt in der Mitte und die Brücke führt diagonal direkt in die Bildmitte.
Lichtfestival Luzern. Die farbige Illuminierung einer Hafenanlage zeigt schöne Lichtreflexionen, hingegen keine Spiegelungen.
Nordnorwegen. Hier verschmilzt die Grenze zwischen Reflexion und Spiegelung.
Lodge in Uganda. Ein Swimmingpool ist immer gut für eine Spiegelung in der Nacht.
Ein runder Spiegel, der vor einen Wandschrankspiegel gehalten wird, erzeugt endlose Spiegelungen.

Infos und Bestellungen über den Webshop: www.fotografie-fuer-dich.ch im Buchhandel oder direkt bei Foto-Tevy, Wädenswil

Sterne fotografieren

Der Zürichsee, über dem Horizont zeigt sich der Sichelmond.
Auf dem Bettmerhorn in Richtung Wallis fotografiert. Im Hintergrund klein das Matterhorn. Wolken sind zwar auch hübsch in der Nacht, sie verdecken jedoch die Sterne.
Beim Golfplatz Schönenberg ist das Geäst eines Baumes ein schöner Vordergrund für die Mondfotografie.
In PhotoPills sehe ich, wann das galaktische Zentrum sichtbar ist (links) oder kann die Wanderung der Milchstrasse über den Horizont (gelb) verfolgen.
Bei Illgau SZ im Mai. Ich suche mir ein Motiv als Vordergrund, die die Milchstrasse inszeniert. Der Wegweiser ist eine Bildmetapher, er weist die Himmelsrichtungen. 
Im Engadin bei Madulain. Im Hintergrund die Lichtverschmutzung von Samedan und St. Moritz. Die Milchtrasse ragt im August steil nach oben, die Himmelsrichtung ist südwestlich.
Palfries, beim Gonzen SG. Lichtmalereien um das eigene Fahrzeug bilden den Vordergrund.
Vor dem Tödi steigt ein nächtlicher Wanderer ab und zeichnet mit seiner Stirnlampe eine Lichtspur.
Palfries (beim Gonzen SG). In kleinen Tümpeln spiegeln sich die Sterne, sofern es windstill ist
Auf dem Eggishorn (Fiesch) ist die Rundumsicht prächtig. Die Wolken vermiesen jedoch die Sicht.
Auf dem Eggishorn. Auch nachts sind Wolken in Bewegung und verziehen sich wieder.
Der grosse Aletschgletscher bildet eine grossartige Kulisse für die Sternefotografie.
Die Milchstrasse liegt im Frühjahr flach und steilt sich gegen den Herbst auf. Das galaktische Zentrum wird am unteren Ende sichtbar.
Canon EOS R5 Mark II mit dem aufgesetzten Canon RF 15–35 mm (F2.8), in der Mitte das Sigma 14 mm (F1.8) und rechts das Canon RF 10–20 mm (F4).
Mit der Lupe kann ich die Sterne im Display stufenweise vergrössern (Lupe mehrmals drücken), um sie scharf zustellen.
Die Milchstrasse ist über Wädenswil im August wegen starker Lichtverschmutzung kaum zu erkennen, dafür sieht man die Venus, den Jupiter, die Pleijaden und den Orion sehr schön.
Die Milchstrasse über dem Morteratschgletscher, Engadin. 
Hochformatige Fotos können die Milchstrasse auf längerer Strecke darstellen. Unten am Horizont ist das galaktische Zentrum auszumachen
Sternspuren über dem Centovalli.
Im Menü «Belichtung» tippe ich auf «Intervall-Timer».
Im folgenden Pop-up-Fenster tippe ich auf «Aktivieren». Bei «INFO Detaileinst.» kann ich das Intervall und die Anzahl Aufnahmen definieren. 
Für die Sternspurenfotografie kannst du den Polarstern ausfindig machen. Alle anderen Sterne kreisen in der Nacht um den Polarstern. Der Polarstern liegt im Sternbild des kleinen Wagens (Bär). Verlängere dazu die Seite des grossen Wagens fünfmal.
So um 100 Fotos (Intervallaufnahmen) genügen, um die Einzelbilder in Photoshop zu Spuren zusammenzufügen. Je mehr Einzelfotos zusammenkommen, desto länger werden die Spuren.
Schulhaus Stocken, Wädenswil
Auf dem Wädenswiler Berg
Zürichsee, vom Furthof aus fotografiert.
Solche weissen oder punktierten Striche von Flugzeugen stören das Gesamtbild.
Mit dem Entfernen-Werkzeug in Lightroom lassen sich die Striche leicht wegretuschieren.
Am einfachsten und effizientesten entrauscht man Bilder mit der KI-Funktion Entrauschen (gelber Kreis). Das kann je nach Bildgrösse und Computer etwas dauern.
Die manuelle Rauschreduzierung erfolgt mit dem Luminanz-Regler. Wenn man ihn nach rechts zieht, verschwinden nach und nach die griessigen Stellen. Nach wie vor sind jedoch die farbigen Flecken sichtbar: das Farbrauschen.
Wenn man das Luminanzrauschen zusätzlich mit dem Farbrauschen entfernt, erzielt man die besten Ergebnisse. Die Schwierigkeit ist die, das Lightroom nicht gut erkennen kann, ob es sich um weit entfernte schwache Sterne handelt oder um ein Bildrauschen. Da muss man halt subtil vorgehen und nicht gleich alles aus dem Bild hinausnehmen.
Eggishorn, Fiesch VS. Bei diesem Foto habe ich eine Sternschnuppe erwischt. Die Lichtspuren des Lightpaintings sind ins Foto einmontiert.

Infos und Bestellungen über den Webshop: www.fotografie-fuer-dich.ch im Buchhandel oder direkt bei Foto-Tevy, Wädenswil

Kitesurfen am Silvaplanersee

Die fotografische Situation: Nicht einfach, einzelne Protagonisten aus dem Getümmel herausgelöst zu fotografieren.
Gegenlichtaufnahme, die trotz extremer Lichtbedingungen Farbe und Zeichnung auf der Figur lässt. 
Links die Originalaufnahme mit zu hellem Wasser und Hintergrund. In der Mitte ist das Wasser dunkler entwickelt, die Figur ist aber nur noch als Silhouette sichtbar. Rechts die partielle Entwicklung, die den Hintergrund und die Figur separat aussteuert.
Es braucht die Serienbildfunktion, die den Bewegungsablauf festhält. Das beste Foto zeigt Gesicht, Körperhaltung, Board und Wasserspritzer. Bei einer Einzelaufnahme ist dieses Momentum fast unmöglich.
Etwa solche Bildausschnitte kann ich problemlos ziehen, ohne an Schärfe zu verlieren.
Das gecroppte Foto aus der gleichen Szene. Sogar die einzelnen Wassertröpfchen sind scharf abgebildet.
Der Autofokus stellt auf Personen scharf, «Servo» führt die Schärfe in der Bewegung kontinuierlich nach.
Oft sind im Hintergrund andere Kites zu sehen. Hier stört für einmal nicht, weil ein verkürzter Zusammenhang geschaffen wird und auch die Farbgebung stimmt.
Der Akteur scheint den Wasserfall hochzusteigen. Diesmal ein willkommener Zufall.
Auch auf dem Wasser werden Tricks geboten. Es gilt als Fotograf, aufmerksam zu sein und den Moment nicht zu verpassen.
Wo ist das Brett? Solche Situationen ergeben sich immer wieder. Für einen Freak ist der Verlust des Boards keine grosse Sache, er lässt sich durch das Kite zu ihm hin schleifen.
Kurven im Wasser bringen jeweils schöne Wasserfontänen. Das Licht kommt von seitlich hinten, die Person habe ich in Lightroom aufgehellt. In diesem Foto habe ich das Wasser dunkler und blauer ausgestaltet. Leider ist eine Hand oben angeschnitten.
Beim Fotografieren konzentriere ich mich auf das Motiv und ziehe mit dem Teleobjektiv schön nach. Im Nachhinein stelle ich den Wasserspiegel horizontal.
Hier liegt die Figur ungestört auf dem Hintergrund. Sie kommt bestens zur Geltung.
Bei diesem Shot stört der Kite im Hintergrund. 
Hier ist die Figur mittig positioniert, die Fahrtrichtung verläuft von rechts nach links gegen mich zu.
Die Fahrtrichtung verläuft von links nach rechts. Der Surfer schaut zurück. Die Positionierung am rechten Rand ermöglicht die Darstellung der Wellenbildung, die für die Dynamik wesentlich ist.
Die Positionierung hier ist aus meiner Sicht verkehrt. Die Surferin fliegt zum Bild hinaus. Besser wäre ein Bildschnitt, bei dem die Protagonistin am rechten Bildrand platziert wäre. Dann würde sie ins Bild hineinfliegen.
In oberen Teil nimmt der Flieger sein Board zur Hand, unten sitzt ein Protagonist im Wasser und hinten surft einer übers Wasser. Es werden so «drei Zustände» sichtbar. Die Wasserlinie grenzt den Crack von den beiden Braven ab. Er hängt förmlich in der Luft. Wenn unter dem Protagonist viel Raum ist, wird damit Höhe dargestellt.
Der Bildausschnitt zeigt den Flieger über grüner Wiese, was aufs Erste irritiert. Wo ist das Wasser hingekommen? Der Kite links verdeutlicht die Sportart, er gehört jedoch zu einem anderen Surfer. Er bildet einen senkrechten Kontrast zum waagrecht angelegten Format.
An diesem Porträt besticht die Mimik. Die Blickrichtung verläuft in das Bild hinein.

Meer und Wellen

An der Nordküste bei San Sebastian liegen die Flysch-Kliffs von Zumaia. Am schäumenden Meer kann man sich fotografisch ausleben.
Beim alten Fischerhafen von Capelas, Faial, Azoren, sind Gischt und Steine im Überfluss vorhanden.
Der fotografisch anspruchslose Badestrand Almoxarife auf der Azoreninsel Faial bringt im richtigen Licht gesehen ansprechende Meeresbilder.
Im frühen Morgenlicht entfalten die rund geschliffenen Lavasteine einen besonderen Reiz.
Capelinhos, Faial, Azoren. Von oben nach unten fotografiert, mit längerer Belichtungszeit, partiell aufgehellt.
Am Strand von Bakio, Nordspanien. Hier stehe ich mitsamt dem Stativ bis zu den Knien im Meer. Die Belichtungszeit von 1/5 Sek. bei f7.1 betont die Wucht der heranbrausenden Welle. 
Hier ist die Gestaltung so angelegt, dass die Linie des Meeresspiegels mit der Diagonalen des Ufers beim Haus hinten zusammentreffen.
Besser sind kontastreiche Motive. Hier sollte man etwas warten, bis die richtige Welle zuschlägt. Das Foto hat einen klaren Vordergrund und einen Hintergrund.
Côte de Granit Rose, Bretagne. An diesem Felsen läuft das schaumige Wasser herunter. Eingefangen mit einer kurzen Belichtungszeit.
Der Bildstabilisator sitzt am Objektiv – er arbeitet optimal mit der Kamerasoftware zusammen. Wenn Objektive und Kamera derselben Marke und Generation angehören, ist die perfekte Zusammenarbeit garantiert.
Hafen von Salão, Faial, Azoren. Der Zug der Wellen wird sichtbar. Von oben herab aus etwa 100 Meter Distanz fotografiert. 0,6 Sek. Belichtungszeit, Blende f7.1, Brennweite 77 mm.
Die Messmethode im Voraus festzulegen, ist mitunter schwierig, weil die Motive nicht so eindeutig sind. Das helle Wasser ist hier nicht einfach in der Mitte. Aus diesem Grund wende ich standardmässig die Mehrfeldmessung an.
Achte bei Wellenspritzern auf die Kameraposition beziehungsweise den Hintergrund. Am besten kommen die Wassertröpfchen vor einem dunklen Grund zur Geltung.
Hier spritzen angespülte Algen hoch. Mit dem Wasser sieht es aus wie Schlamm.
Die Wassertröpfchen werden durch längere Verschlusszeiten zu Linien, die den Weg der Tröpfchen aufzeigen.
Wenn das Wasser direkt in die Richtung der Kamera spritzt, wirkt die Perspektive besonders dynamisch.
Bei Verschlusszeiten um etwa 1/6 Sekunde kannst du den Lauf der Wasserspritzer festhalten. Die Blende 11 hilft, die Schärfentiefe gross zu halten. Der Fokusabstand ist etwa 30 Meter, die Brennweite 90 mm, bei 200 ISO.
Almoxarife, auf der Azoreninsel Faial. Hier habe ich die Brennweite 15 mm eingesetzt, bei Blende f13 und ISO 400 resultiert eine Verschlusszeit von 0,8 Sek. Der Fokus liegt auf den meerseitigen Steinen, es gibt im Bild eine Bewegung von links nach rechts.
Flysch-Kliff in Zumaia, bei San Sebastian, Nordspanien. 5 Sekunden Verschlusszeit lassen das Meer neblig verschwommen erscheinen. Der Effekt funktioniert nur, wenn Felsen in die Komposition eingebaut werden.
Almoxarife, Azoreninsel Faial. Solche Wischaufnahmen funktionieren bestens auch in Schwarz-Weiss.
Madalena, Azoreninsel Faial. Solche Sonnenuntergangstimmungen sind Highlights einer fotografischen Erkundung. Hier machen Landschaft, Felsen, Meer und Wolken die gesamte Bildkomposition aus.
Zumaia, Nordspanien. Hier steht die Figur in einer Beziehung zum Umfeld. Die Kameraposition ist erhöht, was eine tiefe Meeresoberfläche erlaubt.
Wenn du dich auf den Wellengang konzentrierst und direkt am Ufer stehst, gelingen dir einzigartige Wassermotive. Da meine Bildaussage auf dem heranrauschenden Meer liegt, ist die Horizontkante über der Mitte angesetzt.
Mosteiros auf der Azoreninsel São Miguel. Brennweite 15 mm, Blende f20, 1,6 Sek., 640 ISO. Hier liegt in der Bildgestaltung die Horizontkante extrem weit oben.
Mosteiros auf der Azoreninsel São Miguel. Brennweite 15 mm, Blende f20, 1,6 Sek., 640 ISO. Die Komposition besteht hier aus einer zentrierten Position, die Perspektive deutet auf die Felsen am Horizont.
Almoxarife, auf der Azoreninsel Faial. Diese beiden Fotos stammen aus der gleichen Fotoserie, sie zeigen die gleichen Felsen am Strand, einfach mit unterschiedlicher Perspektive.

Eine Fotoreise nach Apulien

Pizzomunno, Vieste
Monte Sant’Angelo
Vieste
Ostuni
Pause auf einer Dachterrasse in Alberobello. Die Kamera liegt auf einer hölzernen Sitzbank, Selbstauslöser.
Es gibt keinen Grund, absichtlich schlechte Selfies zu machen. Es findet sich nahezu immer jemand, der einem hilft, mit der Kamera normale Porträts zu schiessen. Die zudem nachträglich zugeschnitten werden können.
Auf der Hafenmole vor Peschici lassen sich Personenporträts vor einem hübschen Hintergrund fotografieren. Die Kameraposition ist tief, damit sich die Figur gegen den Himmel absetzt.
Am frühen Morgen ist man als Fotograf fast allein. Eine gute Gelegenheit, die Fischer beim Verkauf ihres Fangs zu fotografieren. Das Gegenlicht sorgt für die besondere Stimmung.
Ein Moodboard zeigt Bildideen und Erkenntnisse im zeitlichen Reiseverlauf, die mithilfe des Internets gewonnen wurden.
Die von einem Reisebüro organisierte vierzehntägige Rundreise mit Mietwagen durch den Stiefelabsatz Italiens. Diese Karte habe ich digital angefertigt, um sie im späteren Fotobuch zu verwenden.
In Monopoli warten ein paar Frauen vor der Kathedrale auf eine kirchliche Prozession. Ich wartete auf der anderen Strassenseite den passenden Moment ab und fotografierte mit 200 mm Brennweite völlig unbemerkt. Aus einer Serie von fünf Fotos wählte ich dann jenes aus, bei dem alle ein Glace vor dem Mund hatten.

Um Vieste herum wurden Trabucci erhalten, ehemalige Einrichtungen, die es erlaubten zu fischen, ohne auf das Meer zu fahren. Auch hier kann ich mich in aller Ruhe einrichten und fotografieren.
Im Nationalpark Gargano wächst ein Laubwald mit hohen Baumbeständen. Der Ort hat etwas Magisches, denn die Landschaft steht in einem überraschenden Kontrast zur meernahen Flora.
Im Mai blüht in Apulien alles. Grosse Mohnfelder überziehen die Landschaft mit einem dichten roten Blumenteppich.
Matera liegt in der Basilikata in der Grenzregion zu Apulien. Die Stadt ist als UNESCO Welterbe bekannt für seine Höhlensiedlungen (Sassi) und die Felsenkirchen.
Wer mehrere Tage vor Ort ist, hat die Chance, ähnliche Bilder zu anderen Tageszeiten zu fotografieren.
Hier besonnt, aber mit bedrohlicher Wolkenfront.
Matera in der blauen Stunde. Im Vordergrund eine Felsenkirche, die Chiesa San Pietro Barisano aus dem 12. Jahrhundert. 
Die Altstadt der Sassi di Matera, mit der Felsenkirche Santa Maria de Idris. 
Die Kathedale von Matera kontrastiert zu den einfachen Gelsenkirchen in Grösse und Ausstattung. Das 10-20mm Zoom erlaubt, einen grossen Deckenbereich einzufangen.
Durchgang in Matera am frühen Morgen, ohne Touristen. Das Foto wendet das Framing-Prinzip an, der Rahmen lenkt den Blick aufs Motiv. Die Pflastersteine und das Mauerwerk habe ich mit Lightroom sichtbar aufgehellt.
Von der gegenüberliegenden Seite der Schlucht Gravina di Matera hat man eine fantastischen Sicht auf die Stadt. Das Panorama entsteht aus sechs Teilaufnahmen, die in Lightroom in der Nachbearbeitung zu einem Panorama zusammengefügt werden
Peschici
Von weitem sehe ich diesen Bannerträger einer Blaskapelle, der am Strassenrand auf seinen Einsatz wartet. Beim Vorbeispazieren erwische ich ihn aus dem Stand und bedanke mich herzlich für das Foto. Unten: Touristinnen, die posieren, sind derart mit sich selbst beschäftigt, dass sie dankbare Motive abgeben. Man kann sie unbemerkt fotografieren.
Ein Tourist in Lecce wartet in der Pizzeria. Mit dem 200er-Tele aus etwa 15 Meter Distanz fotografiert. Ein Vollformatsensor erlaubt, das Bild im Nachhinein sehr stark zuzuschneiden, ohne an Schärfe zu verlieren. Ein solches Croppen ist mit einem kleinen Sensor nicht so gut möglich.
Sonnenuntergang in Trani. Ich achte darauf, immer einen attraktiven Vordergrund ins Bild zu setzen. Die Szene wird im Laufe des Tages schon rekognosziert. Der Sonnenuntergang selbst dauert nur kurze Zeit, die ich zum Fotografieren nutze, ohne mich dabei gross bewegen zu müssen.
Hier ein anderes Stimmungsbild aus Trani, das die Hafenmole mit dem Leuchtfeuer für die Hafeneinfahrt zeigt. Ein einsamer Spaziergänger zeigt die Grössenordnung zum Turm und betont die Grösse der Felsbrocken im Vordergrund.
In der gleichen Fotosession, erwarte ich einen weiteren Fussgänger bei einer Pfütze. Ich positioniere die Kamera auf dem Stativ so, dass die Sonne direkt auf dem Leuchtturm aufgesetzt wird. Sobald mich der Mann passiert, schiesse ich mehrere Fotos.
Im Fischerhafen von Trani.
Der gleiche Hafen von Trani, diesmal bei flammendem Himmel nach Sonnenuntergang. Häufig entstehen die richtig guten Stimmungen am Himmel erst nachdem die Sonne untergegangen ist.
Fotobücher können auf der Webseite https://tevy.meinfotohaendler.ch online gestaltet und bestellt werden. Mein Fotobuch kann bei Tevy auf Anfrage besichtigt werden.
Das Trulli-Dorf Alberobello ist schon im Mai etwas von Touristen überlaufen.
Vieste in der blauen Stunde.
Faraglione di Torre Sant’Andrea gehören wohl zu den spektakulärsten Stränden Apuliens.
Im Fischerhafen von Monopoli.
Baia delle Zagare. Kleine Buchten und Felsformationen im Stiefelsporn bei Vieste.
Peschici liegt malerisch auf einer Felsklippe.
In der Altstadt von Bari.
Die Sassi von Matera.
Ein Fischer von Gallipoli flickt seine Netze im warmen Morgenlicht.

Vögel im Flug mit drei Superteleobjektiven

Canons hochwertige Teleobjektive überzeugen durch ihre Leistungsfähigkeit.

Das RF 600 mm, F4, gehört zu den langen Highend-Objektiven. Es ist gut ausbalanciert, am Griff tragbar und ich kann dank der hervorragenden Lichtstärke leicht freihändig fotografieren.

Stockente beim Flügelputz. Vögel in Aktion sind wesentlich spannender anzuschauen als wenn sie ruhig auf dem Wasser schwimmen oder auf einem Ast sitzen.
Im Vergleich das 600 mm mit 3090 g, das 200–800 mm mit 2050 g und das 100–500 mm mit 1530 g.
Der Autofokus ist auf Tiere eingestellt, die Augenerkennung ist aktiv. Der Fokus verfolgt das Motiv aktiv, auch wenn es durch verschiedene Hintergründe fliegt.
Der Buntspecht zeigt seine Schönheit im Flug. RF 100–500 mm, Brennweite 400 mm, 1/8000 Sek., F6.3, 6400 ISO. Auch bei kurzer Verschlusszeit zeigen die Flügelspitzen Bewegungsunschärfe.
Unschärfen wie hier eine Verwackelung treten erst in der Vergrösserung in Erscheinung. Deshalb in der Displaywiedergabe immer mit der Lupenfunktion kontrollieren. RF 200-800 mm, Brennweite 637 mm, F9, 1/400 Sek., Abstand 93 m.
Der Rotmilan links fliegt ins Bild (in den Raum) hinein. Rechts ist der Ausschnitt so gewählt, dass er aus dem Bild hinaus fliegt. Er kollidiert gleich mit der Bildkante. RF 200–800 mm, Brennweite 600 mm, F7.1, 1/3200 Sek., 400 ISO, Abstand 65 m.
Solche zufällig entstandenen Ausschnitte (Close-up) legen den Fokus auf ein Bilddetail – sie können ganz interessant aussehen. RF 600 mm, F4, 1/8000 Sek., 500 ISO, Abstand 25 m.
Eisvogel beim Klingnauer Stausee. Hier ist der Hintergrund zu nah am Motiv, so dass sich kein schönes Bokeh erzeugen lässt. Der unruhige Hintergrund lenkt vom Eisvogel ab. RF 100–500 mm, Brennweite 500 mm, F7.1, 1/800 Sek., 800 ISO, Abstand 17 m.
Eine ähnliche Situation, aber im Eisvogelpark in Landsberg. Der Hintergrund ist weit weg und liegt schön in der Unschärfe. Der Eisvogel ist freigestellt und kommt gut zur Geltung. RF 600 mm, F4, 1/6400 Sek., 4000 ISO, Abstand 7 m.
Bachstelze bei Rietheim (BL) beim Putzen des Gefieders. Der Hintergrund wird beim Bodenaufenthalt auch scharf abgebildet. RF 200–800 mm, Brennweite 800 mm, F9, 1/2000 Sek., 1600 ISO, Abstand 18 m.
Bei Wasservögeln ist die Spiegelung interessant. Halte nach solchen Möglichkeiten Ausschau und lauere in dieser Position. RF 200–800 mm, Brennweite 800 mm, F9, 1/2000 Sek., 1600 ISO, Abstand 15 m.
Die Flügel sind besonders interessant. Eine Aufnahme, die auch von hinten funktioniert. RF 600 mm, F4, 1/6400 Sek., 500 ISO, Abstand 65 m.
Dieser Mäusebussard erscheint am Himmel zu dunkel. Nach der Entwicklung in Lightroom lässt sich das Federkleid besser erkennen. RF 600 mm, 1/5000 Sek., F4, 500 ISO, Abstand 65 m.
Der Weissstorch beim Lützelsee. Das Umgebungsgrün strahlt von unten auf die weissen Flügel. In Lightroom ist das Bild rechts farbkorrigiert. RF 600 mm, F4, 1/2000 Sek., 500 ISO, Abstand 66 m.

In der Schweiz können wir Eisvögel in bestimmten Naturschutzgebieten beobachten, beispielsweise im Bird-Life-Zentrum am Klingnauer Stausee bei Kleindöttingen oder in La Sauge am Neuenburgersee. Etwa zweidreiviertel Autostunden von Wädenswil fahre ich am Vorabend nach Landsberg am Lech. Dort gibt es den Eisvogelpark mit der Webseite www.eisvogelpark.de

Sieben bis zehn Meter vor der Beobachtungshütte liegt der Teich für die Eisvögel. Der Hintergrund liegt fotografisch im Unendlichen, was ein traumhaftes Bokeh erzeugt.
In der Beobachtungshütte gibt es Platz für drei Besucher, bequeme Sitze und Gimbals, auf die die Objektive aufgeschraubt werden.
Die Beobachtungszone um den künstlichen Teich herum. A = Ästchen, von wo aus der Eisvogel startet. B = Teich mit kleinen Fischchen. Ein Star trinkt hier Wasser. C = Totholz, wo Specht und andere Vögel nach Larven hacken. D = Da wo Eichelhäher und Eichhörnchen sich aufhalten.
Der Buntspecht holt sich eine Larve aus dem Totholz. RF 100–500 mm, Brennweite 500 mm, 1/4000 Sek., F7.1, 8000 ISO, Abstand 10 m.
Misslungener Versuch, die Blaumeise einzufrieren. RF 100–500 mm, Brennweite 500 mm, 1/1250 Sek., F9, 6400 ISO. Der Ast ist scharf, die Blaumeise nicht, also ist die Verschlusszeit zu lang.
Der Star scheint richtig aus dem Wasser zu hüpfen. RF 100–500 mm, Brennweite 324 mm, 1/8000 Sek., F6.3, 5000 ISO, Abstand 10 m.
Das Eichhörnchen war so nicht geplant, es ist jedoch täglicher Side-kick im Eisvogelpark. RF 600 mm. F4, 1/2000 Sek., 1250 ISO, Abstand 12 m.
Der ganze Bildausschnitt im Vollformat. Links der Ast, den der Eisvogel als Startrampe benutzt, rechts ist klein der Eisi gerade in Aktion. Dieses Foto ist unbeschnitten und zeigt die Möglichkeit aus dem Vollformat ein Bild zuzuschneiden. RF 100–500 mm, Brennweite 270 mm, F5.6, 1/8000 Sek., 1600 ISO, Abstand 8 m.
Das aus dem Vollformat ausgeschnittene Bild zeigt immer noch eine brillante Schärfe. Der Eisvogel überzieht während der Tauchgänge die Augen mit einer blauen Membranhaut, um sie zu schützen. Er montiert so quasi seine persönliche Schwimmbrille.